freigehaltener Raum

Liebe Geneviève,
Ich sende dir hier nun schriftlich meine Gratulationsrede für den Piklerpreis, die ich direkt bei der Feier der Preisverleihung nicht persönlich halten konnte, da ich leider früher gehen musste.
Es freute mich sehr an der Preisverleihung teilzunehmen und dich kennenzulernen, nachdem ich schon so viel von dir gehört hatte, und wir kürzlich auch über Emails Austausch hatten.

 

Bei meiner Verbindung zu „Pikler" gibt es zwei Bezüge: der eine ist als Mutter von zwei Töchtern, die beide 2 Jahre lang die Pikler-Krippe im Loczy besucht haben,und der zweite, nun als Angestellte der int. Piklergesellschaft zu wirken, der ich mich sehr verbunden fühle und hoffe,nützlich zu sein.

 

Bei der Preisverleihung hätte ich gerne etwas aus Sicht und Betroffenheit von mir als Mutter beigetragen, über das was Pikler für mich und generell für Eltern bedeutet. Einen Tag vorher hatte ich nämlich ein Erlebnis: Ich hörte von der Küche aus einer Unterhaltung meiner Kinder zu. Sie beschwerten sich einmütigüber den Kindergarten, den sie nicht mochten, und sagten beide dass sie lieber für immer in ihre Krippe gehen würden, und das auch noch wenn sie Erwachsen wären. Und warum? Sie sagten es so: Dann müssten sie nicht auf die Toilette gehen und könnten weiterhin Windeln tragen. Und die Erzieherinnen würden niemalsmit ihnen schimpfen. Und in der Krippe wären sie dann wieder froh. Ganz genau. Für sie war diese Krippe ihr zweites Zuhause und JutkaandValcsi waren für sie wie zweite Mütter. Ich habe anderen oft erzählt, dass meine Kinder ohne die Pikler-Krippe im Loczyniemals so kreativ, offen und positiv geworden wären, wenn sie dort nicht diese besondere Pflege, all die Geduld und Fürsorge erhalten hätten. Ich kann nur bestätigen, was du in deinem Artikel auf der Website geschrieben hast. Wenn ich meine Kinder morgens zur Krippe brachte, konnte ich sie so beruhigt verabschieden, als wenn sie zuhause in der Familie wären. Und es war nicht nur ich, der es so erging. Uns Eltern wurde dort eine solche Ruhe vermittelt, dass wir außer vielen praktischen Dingen vor allem eine sehr große Gelassenheit durch die Krippenerzieherinnen lernten, und das ganz ohne Frustration. Das war so inspirierend, dass wir dies genauso zuhause leben wollen und dies auch können.

 

Dies ist eine wirklich wichtige Arbeit, die wahrhaftig vom Herzen kommt und weiter geführt und in der ganzen Welt verbreitet werden muss.

 

Meine besten Grüße!

 

Zsuzsanna Tóth-Lenk